Hintergrund
Achillessehne ist die stärkste Sehne bei Hunden und Katzen. Trotzdem kann zu einem plötzlichen Riss (Schnitt, Biss, Überbelastung) oder durch chronische Veränderungen, Entzündung und zunehmendes Nachlassen einzelnen Fasern zu einer kompletten Zusammenhangstrennung dieser Sehne kommen.
Symptome/ Beschwerden
Bei plötzlichen (akuten) Riss ist das für die Tiere sehr schmerzhaft. Das betroffene Bein wird meistens nicht belastet und falls doch, man merkt die sogenannte plantigrade Stellung. Dabei sinkt die Ferse unter Belastung eindeutig tiefer als beim gesunden Bein und in manchen Fällen sogar bis zum Boden.
Bei chronischen Fällen und Teilruptur sind die Beschwerden schleichend und anfänglich nicht so offensichtlich. Die Tierbesitzer erkennen leichte bis moderate Lahmheit und eventuell Verdickung der Sehne über der Ferse.
Diagnose
Schon aufgrund orthopädisch- neurologischer Untersuchung lässt sich in den meisten Fällen Diagnose einer Achillessehnenruptur feststellen. Dabei ist wichtig die Lokalisation der Ruptur und betroffene Strukturen zu erkennen. Wir führen routinemäßig zusätzliche radiologische Untersuchung des gesamten Achillessehnen- Muskel Apparats und benachbarten Knochen durch. In seltenen Fällen wird auch eine Ultraschall Untersuchung benötigt. Besonders wichtig ist, dass Achillessehnenruptur nicht mit einem neurologischen oder internistischen Problem verwechselt wird. Nämlich, die Tiere, die einen kompletten oder partiellen Ausfall des Nervus ischiadicus haben, können auch wegen unzureichender Spannung in den verantwortlichen Muskel, plantigrad (mit tiefer positionierter Ferse) gehen.
Bei den Katzen ist ein weiteres Phänomen und Zusammenhang zu beobachten. Zuckerkranke Katzen (Diabetes) leiden unter der Schwäche der Muskeln in den Hinterbeinen (M. soleus), was auch zu einer plantigraden Stellung führen kann, ohne dass die Achillessehne eine Verletzung aufweist.
Operation
Je nach Lokalisation der Zusammenhangstrennung sind die Operationstechniken dementsprechend unterschiedlich. Sehnennaht wird allein oder in Kombination mit Knochenbohrungen oder anderen Arten von Knochenverankerung verwendet. Damit das Narbengewebe ca. 60% der ursprünglichen Festigkeit der Sehne erreicht, vergehen ca. 6 Wochen. Während dieser Zeit sollte die Naht geschützt und Sprunggelenk nicht gebeugt werden. Von verschiedenen Methoden hat sich bei uns die temporäre (vorläufige) Ruhigstellung des Sprunggelenks mittels transartikulären (über dem Gelenk) Fixateur externe bewährt. Mindestens 6 und maximal 8 Wochen (um Knorpelschaden im Gelenk zu vermeiden) wird das Sprunggelenk so ruhiggestellt. Nach der Entfernung des Fixateurs externe sollten die operierten Patienten weitere 3 bis 4 Wochen die Belastung allmählich bis zum Freilauf steigern.
Nachsorge
- Schmerztherapie
- Pflege und Schutz des Fixateurs externe
- Röntgenkontrollen.
Termine für die Wundkontrolle, Nahtentfernung, Röntgenkontrollen und Entfernung des Fixateurs externe werden bei der Entlassung besprochen.
Bei eventuellen Fragen stehen wir dem Tierbesitzer stets gerne zur Verfügung.
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