Hintergrund
Knochenbrüche entstehen meistens durch Gewalteinwirkung beim Sturz, Tritt oder Autounfall; durch Hebelwirkung beim Hängenbleiben; Biss- oder Schussverletzungen… Viel seltener kommt zu sogenannten pathologischen Frakturen, wo Knochen durch einen Tumor, Mangelnahrung, oder hormonelles Ungleichgeweicht schon vorgeschädigt waren. Stressfrakturen betreffen vor allem Windhunde beim Rennen. Wachsenden Tiere können spezifische Frakturen erleiden, deren Ursprung großteils an die mechanische Empfindlichkeit oder Entwicklungsstörungen der Wachstumsfugen zurückzuführen ist. Bei jungen Tieren ist noch sogenannte „Grünholzfraktur“ zu erwähnen.
Symptome/ Beschwerden
Bei den Frakturen der Gliedmaßen werden dieselben nicht oder kaum belastet. Als Ausnahme sollten hier die Schulterblattfrakturen erwähnt werden, da im Schulterberich der Muskelmantel ausreichend Unterstützung bieten kann und Tiere trotz Knochenbruch die Gliedmaße vorsichtig belasten können.
Sichere Zeichen:
Fehlstellung, sichtbare Knochenteile (bei offenen Brüchen), abnorme Beweglichkeit.
Unsichere Zeichen:
Starke Schmerzen, Schwellung (Ödem), Bluterguss (Hämatom), eingeschränkte Funktion.
Frakturen im Wirbelsäulen- und Becken- Bereich sind viel schwieriger, besonders für die Laien, zu erkennen. Manche Details lassen sich sogar mit Röntgen nicht genau erkennen und für solche Fälle kommt die Computertomographie zum Einsatz.
Beim Verdacht auf Fraktur ist wichtig das Tier so zum Tierarzt zu transportieren, dass keine weitere Gewebeverletzungen durch Verschieben der Frakturenden stattfinden. Dies ist bei Wirbelsäulenfrakturen besonders wichtig zu beachten. Rückenmarkverletzungen können zu dauerhaften Lähmungserscheinungen (Parese oder Plegie) führen.
Diagnose
- Orthopädisch- neurologische Untersuchung
- Röntgen
- CT (Computertomographie)
Therapie/ Operation
Konservative Therapie
Minimale Verschiebung, ausreichende Stabilität durch umgebende Muskulatur oder versteiften Verband, Kooperation des Patienten und Tierbesitzer, usw. sind alles Faktoren, die für einen konservativen (nicht operativen) Behandlungsweg sprechen können. Sicherheitshalber sollten Röntgen-Kontrollen regelmäßig durchgeführt werden, damit weitere Verschiebungen nicht unerkannt bleiben.
Operative Versorgung (Osteosynthese)
beinhaltet Zugang zum Knochen nach dem Hautschnitt, Reposition (Zurückbringen) der Knochenfragmenten in ursprüngliche Position, Stabilisierung/Fixation mit passenden Implantaten und Verschluss der Wunde.
Zur Fixierung der Knochen verwenden wir Schrauben, Platten, Nägel, Drähte und ihre Kombinationen. Welche Methode zur Stabilisierung verwendet wird, hängt von der Art der Fraktur; Gewicht, Alter, Aktivität des Patienten, usw.
Nachsorge
- Schmerztherapie
- Antibiotika bei Bedarf
- Wundkontrollen
- eventueller Verbandswechsel
- Nahtentfernung, Röntgenkontrollen
- Beratung zur Physiotherapie
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